Ich arbeite aktuell mit vier verschiedenen Coding-Agents parallel. Claude Code, Codex, Antigravity und OpenCode. Nicht weil ich mich nicht entscheiden kann. Sondern weil keiner allein reicht.
Gefühlt wird jede Woche ein neues Feature geshipped. Die Tools entwickeln sich so schnell, dass sich die Rollen regelmäßig verschieben. Was vor zwei Monaten noch der beste Ansatz war, ist heute überholt. Wer nur ein Tool nutzt, verpasst das.
Das Ganze funktioniert nur, weil alle auf die gleiche Wissensbasis zugreifen: meinen Obsidian Vault. Dort dokumentiere ich Skills, Workflows und Projekt-Kontexte. Lokale Skills in Claude Code gehen verloren, sobald ich in einer Cloud-Session arbeite. Also liegt alles im Vault. Egal welchen Agent ich öffne: der Kontext ist schon da.
Claude Code macht die Hauptarbeit
Das Setup für diesen Blog kam komplett von Claude Code. Chatbot, Embedding-Pipeline, Edge Functions, Chat-Widget. Genauso meine Career Pipeline Webapp: 207 aktive Jobs, Claude vergleicht mein Profil automatisch mit Stellenangeboten und scored sie. Oder die Landingpages, die ich für lokale Unternehmen baue: Google Maps scrapen, Leads bewerten, Claude generiert in zehn Minuten eine fertige Seite. Headless CMS drauf, deployen, fertig.
Alles Claude Code. Aber es hat einen blinden Fleck: Es fällt ihm selten auf, wenn er selbst etwas falsch gemacht hat.
Codex als Auditor
Genau dafür nutze ich Codex. Triangulation zwischen Modellen. Ich lasse Codex den Output von Claude Code auditen. Codex findet Fehler, die Claude übersieht. Und umgekehrt.
Ein einzelnes Modell prüft sich selbst schlecht. Zwei Modelle, die sich gegenseitig kontrollieren, sind deutlich zuverlässiger. Das merke ich jedes Mal, wenn Codex einen Bug findet, den Claude dreimal überlesen hat.
Antigravity für Recherche
Nach dem 2.0 Update nutze ich Antigravity vor allem für Deep Research, zusammen mit Perplexity. Wenn ich ein Thema wirklich verstehen will, bevor ich baue. Manchmal schreibe ich auch Code damit. Pragmatisch ist es auch eine Frage der Token: mit dem Pro-Abo bei Claude stoße ich regelmäßig ans Limit. Da hilft ein zweiter starker Agent.
OpenCode für die Routinearbeit
OpenCode hat bei mir keine starken Modelle angeschlossen. Das ist Absicht. Ich nutze es für Aufgaben, für die ich nicht meine guten Token verschwenden will: Obsidian Cleanup, Transkripte prüfen, kleine Skripte. Für meine Bachelorarbeit habe ich einen eigenen Audit-Prompt gebaut, der erkennt wenn KI-generierter Text in generischen Ton abrutscht. Prüfen statt umschreiben. Das kann auch ein schwächeres Modell.
Nicht das Tool, die Kombination
Die Diskussion „Welches Coding-Tool ist das beste?" geht am Punkt vorbei. Claude Code schreibt den besten Code, aber prüft sich selbst schlecht. Codex ist ein starker Auditor, aber nicht mein Go-to fürs Bauen. Antigravity recherchiert tief, OpenCode erledigt die Routine.
Die eigentliche Stärke liegt nicht in einem einzelnen Tool. Sie liegt darin, dass alle auf den gleichen Kontext zugreifen und ich die Rollen anpassen kann, sobald sich die Tools weiterentwickeln. Ohne meinen Vault wäre jeder Wechsel ein Kaltstart. Mit ihm ist es ein System.